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BKK Darmkrebsstudie motiviert Versicherte zur Vorsorgeuntersuchung

Die Betriebskrankenkassen haben mit Hilfe einer Studie ihre Versicherten motiviert, verstärkt zur Darmkrebsvorsorgeuntersuchung zu gehen. Das ist das Ergebnis eines einjährigen Forschungsprojektes, bei dem die Betriebskrankenkassen alle BKK-Versicherten in Essen im Alter von 30 bis 54 Jahren angeschrieben haben (knapp 12.200 BKK Versicherte in Essen).

Die Studie hatte das Ziel, nachzuweisen, inwieweit Personen mit familiären und erblichen Darmkrebsrisiko durch einen vereinfachten Fragebogen identifiziert werden können. Darüber hinaus wurde untersucht, wie seitens der Teilnehmer und Ärzte mit der Information umgegangen wird.
 
373 Personen, die ein familiäres Darmkrebsrisiko aufwiesen, erhielten nach drei Monaten einen zweiten Fragebogen. 66% davon (248) gaben an, bzgl. des erhöhten Risikos in ihrer Vermutung bestätigt worden zu sein. Es zeigte sich dabei ein Zusammenhang hinsichtlich der Informiertheit über Darmkrebs und der Frage, ob der Hinweis auf ein erhöhtes Risiko für Darmkrebs überrascht hat.
 
Teilnehmer, die hierdurch überrascht wurden, reagierten eher besorgt oder erschrocken. 100 der Teilnehmer mit erhöhtem Risiko (41%) haben anlässlich des Fragebogens und der Hinweise auf ein erhöhtes Risiko für Darmkrebs einen Haus- oder Facharzt kontaktiert.
 
Teilnehmer aus der Gruppe, die bis dato nicht über ein erhöhtes Risiko informiert waren, kontaktierten seltener einen Arzt, als solche, die es bereits wussten.
Von den 100 Teilnehmern, die einen Haus- oder Facharzt aufgesucht haben, erhielten 90 den Rat, eine Darmspiegelung oder einen Stuhltest machen zu lassen. 75 dieser Teilnehmer sind dem Rat des Arztes zwischenzeitlich gefolgt.
 
Joachim Wolf, Vorstandsvorsitzender der E.ON BKK: „Die Essener Ergebnisse weisen auf die Notwendigkeit einer strukturierten, auf Personen mit erhöhtem Risiko ausgerichteten, gesetzlichen Früherkennung hin.“ Wolf weiter: „Wir wollen als BKK erreichen, dass diese Risikopersonen auch schon vor dem 50. Lebensjahr einen gesetzlichen Anspruch auf Früherkennungsmaßnahmen bekommen“.
                                     
Darmkrebs ist die zweithäufigste Krebserkrankung bei Männern und Frauen. Die Zahl der jährlichen Neuerkrankungen in Deutschland wird auf 70.000 geschätzt; rd. 28.000 Menschen sterben jährlich daran. Verwandte ersten Grades von Patienten mit Darmkrebs sind selbst überdurchschnittlich häufig betroffen.
 

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